Der Planer für Schulbus und Tennis
Von Kristina Kerstan
Viele seiner Aufgaben bleiben unsichtbar – doch ohne Heinz Rüschoff würde in Rorup einiges nicht so reibungslos laufen. Jetzt wurde der 78-Jährige mit der Ehrenplakette ausgezeichnet.
Ehrenplaketten-Träger Heinz Rüschoff (vorne, l.) im Kreis seiner Familie: Mit ihm freuten sich seine Ehefrau Margret (vorne, 2.v.l.) sowie unter anderem die Kinder, Enkel und Geschwister. Foto: Kristina Kerstan
Rorup. Tobias Kometer vom Förderverein der Roruper Grundschule brachte es auf den Punkt: „Viele deiner Aufgaben sind unsichtbar. Aber wenn Heinz sie nicht machen würde, würden das alle sofort merken“, sagte er in seiner Laudatio mit Blick auf Heinz Rüschoff. Denn ohne den neuen Träger der Roruper Ehrenplakette würde wohl weder das Schulmobil des Dorfes so reibungslos funktionieren noch der Spielbetrieb im Hobbybereich im Tennisbezirk Münsterland. Denn die Organisation von beidem liegt in den Händen des 78-jährigen Rorupers.
Ausführlich wurden bei einer Feierstunde am Freitagabend die Verdienste von Rüschoff gewürdigt. „Sie sind jemand, bei dem die Fäden im wahrsten Sinne des Wortes zusammenlaufen“, lobte unter anderem Bürgermeister Carsten Hövekamp. Sich heute ehrenamtlich in verantwortungsvoller Position zu engagieren, sei nicht mehr selbstverständlich. Ähnlich äußerte sich Ortsvorsteher Paul Pankoke, der den Geehrten als „freundlich, zuverlässig, mit großer Leidenschaft, optimistisch, tatkräftig, mit Blick für Verbesserungen“ charakterisierte. „Das Ergebnis eines solchen Engagements lässt sich kaum in Zahlen ausdrücken“, sagte Pankoke. Einige Weggefährten von Rüschoff versuchten es trotzdem.
So sei das Roruper Schulmobil seit seinem Start vor 14 Jahren eine Erfolgsgeschichte, betonten Tobias Kometer und Elmar Brügging vom Vorstand des Grundschul-Fördervereins. Mehr als 400.000 Kilometer seien bisher bei über 10.000 Touren zurückgelegt worden, erläuterte Brügging. Alles kaum denkbar ohne Rüschoff. „Heinz fährt nicht einfach Bus. Heinz plant ein komplettes System“, machte Kometer deutlich. Mit der Stoppuhr in der Hand würde er jedes Jahr die Strecken abfahren, Zeit- und Fahrpläne zusammenstellen, sich um die Eltern-Info oder Reparaturen an den Fahrzeugen kümmern. Dank Rüschoff und den anderen Fahrern, deren Verdienste ebenfalls gewürdigt wurden, sei der Schulbusverkehr sichergestellt - und da dies alles ehrenamtlich geschieht, könne das Geld, welches der Förderverein dafür erhält, den Kindern an anderer Stelle zugute kommen.
Kometer und Brügging waren allerdings nicht die einzigen, die eine Laudatio auf den neuen Ehrenplaketten-Träger hielten. Marco Lang und Axel Mühlenbäumer vom Sportverein Brukteria Rorup würdigten dessen Verdienste rund um die Tennisabteilung. „Es braucht Leute, die anpacken, sich engagieren, den Laden am Laufen halten und Verantwortung übernehmen“, erläuterte Lang. Und erinnerte daran, dass Rüschoff in den Anfangsjahren auch zum Organisationsteam des Roruper Abendlaufes gehört habe. Barbara Niemeyer, Vorsitzende Tennisbezirk Münsterland, ging zudem kurz auf das langjährige Engagement des Rorupers als Bezirkskoordinator Breitensport ein. Als solcher kümmere er sich um den Spielbetrieb von 124 Mannschaften.
Und der Geehrte selbst? Gegenüber der DZ verriet Rüschoff, der zwei Kinder und fünf Enkel hat, wie überrascht er war, als er von der Auszeichnung erfuhr. Dass gerade er als „Zugezogener“ (vor 44 Jahren siedelte er von Haltern in den Dülmener Ortsteil um) von der Dorfgemeinschaft Rorup.net ausgewählt worden sei.
Bei der Feierstunde, zu der der Ehrenplaketten-Träger unter anderem Familie, Freunde, Nachbarn und Mitstreiter eingeladen hatte, freute er sich sichtlich über die Auszeichnung. In seiner kurzen Ansprache dankte Rüschoff vor allem seiner Familie um Ehefrau Margret für deren Unterstützung. Schmunzelnd erinnerte er sich zudem, wie das Schulmobil bei einer bestimmten Kindergruppe zum „Partybus“ wurde - und er das Lied mit der Zeile „Ich ging wie ein Ägypter“ immer noch im Ohr habe.