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Krimi-Autor Hans-Peter Boer plauderte aus dem Nähkästchen

Veröffentlicht am 14. September 2026

Zu Gast in Rorups Seniorenrunde

Von Claudia Marcy

RORUP. „Es gibt keine Erzählgemeinschaften mehr und es gibt kaum noch Erzähler“, stellte Hans-Peter Boer fest. Und bewies mit seinem kurzweiligen und anschaulichen Vortrag, dass er selbst sich noch bestens auf das Erzählerhandwerk versteht.

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Das Orga-Team um Teamleiter Joachim Pollok (oberes Foto, I) bereitet die Seniorenrunde Rorup nicht nur vor, sondern versorgt die Gäste im Bürgerhaus auch mit Getränken und einem kleinen Imbiss. Hans-Peter Boer, der Gast des Nachmittags (unteres Foto, I.), verstand es, seine Zuhörerschaft mit seinen Einblicken in die Arbeit eines Krimi-Autors sowie kurzen Passagen aus seinen Büchern zu fesseln. DZ-Fatos: Marcy

Aufmerksam und konzentriert folgen die Frauen und Männer im Saal des Bürgerhauses in Rorup seinen Ausführungen. Sie erfuhren dabei viel über die Arbeit eines Krimi-Autors, wurden von Boer, dem gebürtigen Nottulner, aber auch immer wieder an alte, zum Teil fast vergessene Bräuche des Münsterlands erinnert. Ganz selbstverständlich flocht der Referent dabei Redensarten und Redewendungen auf Münsterländer Platt ein - und hatte da so manchen Lacher auf seiner Seite.

Denn Boer, Jahrgang 1949, ist Münsterländer mit Leib und Seele. Zahlreiche landeskundliche Bücher hat er verfasst. Auch in seinen Kriminalromanen (Boer: „Ein schönes Hobby.“) geht es ihm weniger um Mord und Totschlag, als vielmehr darum, das Leben und Lebensgefühl in Münster und dem Münsterland darzustellen. Er lasse sich diesbezüglich immer von realen Menschen und Situationen anregen, gestand er.

Vielleicht, so überlegte Joachim Pollok, Leiter der Roruper Seniorenrunde, spiele ja in einem seiner nächsten Krimis auch Rorup oder sogar die Roruper Seniorenrunde eine Rolle. Das allerdings konnte Boer nicht zusagen. Denn auf seine acht veröffentlichten Kriminalromane mit Kommissar Klaus Kattenstroht werde wohl kein neunter folgen, erzählte er.

Begonnen hatte der Nachmittag im Bürgerhaus, zu dem Joachim Pollok und das achtköpfige Orga-Team der Roruper Seniorenrunde eingeladen hatten, mit einem gemütlichen Kaffeetrinken. An den herbstlich dekorierten Tischgruppen hatten sich zahlreiche Roruperinnen und Roruper zusammengefunden. Viele seien Stammgäste, berichtete Pollok. Es gebe sogar einige Damen, die bei noch keinem einzigen Treffen gefehlt hätten.

Während das Orga-Team die Seniorinnen und Senioren mit Kaffee und Kuchen, aber auch Schnittchen versorgte, Geschirr abräumte und kühle Getränke verteilte, ging Pollok von Tisch zu Tisch, suchte das Gespräch mit den Gästen, wechselte mit vielen einige Worte. Die Stimmung war gelassen und heiter.

Dann aber griff der Teamleiter zur ehrwürdigen Glocke und ließ sie erklingen. Ruhe trat im Raum ein. Der Gast des Nachmittags, Hans-Peter Boer, wurde von Pollok mit freundlichen Worten begrüßt und vorgestellt. Ein Unbekannter ist der Gast aus Nottuln nicht. War Boer doch hier bereits in früheren Jahren zu Gast. Und einige der Anwesenden kannten ihn auch bereits als Autor von kurzweiligen Kriminalromanen mit viel Münsterland-Flair.

Ob Herr Boer denn auch einige seiner Bücher mitgebracht habe, die man kaufen könne, hatte eine Besucherin von Joachim Pollok zu Beginn des Treffens wissen wollen. Tatsächlich öffnete Autor Hans-Peter Boer nach seinem Vortrag seine große Büchertasche und packte einige seiner Romane auf den Tisch. Diese konnten mitgenommen werden – um eine kleine Spende zugunsten der Roruper Seniorenrunde wurde jedoch gebeten.

Die Roruper Seniorenrunde arbeitet ehrenamtlich. Es gebe Unterstützung von Sponsoren und auch die Besucherinnen und Besucher des Seniorennachmittags leisteten jeweils einen Beitrag, erklärte dazu Joachim Pollok.

Bevor er das offizielle Treffen für beendet erklärte (aber bleibt gerne noch etwas länger hier), stellte er die kommenden Aktivitäten der Seniorenrunde vor. Im nächsten Monat etwa geht es am 14. Oktober gemeinsam zum Wasserwerk Hornheide nach Münster. Dort wird es viele Informationen zum Thema Trinkwasser geben. Aber eine gesellige Kaffeetafel wird selbstverständlich auch dort nicht fehlen.

Das Dehnungs-e

Wie denn sein Name ausgesprochen werde, fragte Joachim Pollok Krimi-Autor Hans-Peter Boer: „Boer oder Bör?“ Der Angesprochene erklärte, dass das „e“ in seinem Nachnamen ein Dehnungs-e sei – wie bei Coesfeld. „Weil Coesfeld Coesfeld heißt, heißt Boer Boer“, fasste Pollok daraufhin zusammen.

Quelle dieses Beitrags:

Dülmener Zeitung